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iMac – Spieglein, Spieglein …

von M. Steiger | 23. Oktober 2007

Apropos iMac und «Bildschirmaquarium»: Wieso eigentlich bietet Apple die iMacs und MacBooks nur mit spiegelnden Bildschirmen an? Wieso legt Apple keinen Wert auf Ergonomie am Bildschirmarbeitsplatz?

Bild: Blog Oh Joe

Die Fachzeitschrift c’t beschrieb den iMac-Bildschirm Mitte 2007 wie folgt

«[…] Wie viele andere Hersteller hat auch Apple sich entschieden, ein spiegelndes Display („glossy“) einzusetzen. Das eigentliche Panel ist zwar nicht spiegelnd, allerdings setzt Apple eine stark spiegelnde Glasscheibe davor. Die sorgt zwar bei günstigen (dunklen) Lichtverhältnissen für knackige Farben und einen guten Kontrast, bei der Anzeige dunkler Farbtöne kann man jedoch sich selbst und die Umgebung sehr gut ausmachen. Bei eingeschaltetem Deckenlicht oder Sonneneinstrahlung erkennt man selbst bei hellen Bildinhalten und einer Leuchtdichte von rund 200 cd/m2 noch störende Reflexionen auf der Scheibe.»

Bild: Blog Oh Joe

… und warnte im Zusammenhang mit Notebooks ausdrücklich vor spiegelnden Bildschirmen

«Man sollte darauf achten, dass das Display eine matte Oberfläche hat. Solche mit einer glatten Oberfläche (oft mit Marketingnamen wie Glare oder Bright beworben) zeigen zwar Farben knackiger, doch spiegeln sie. Mit einer hellen Hintergrundbeleuchtung, die die Reflexionen überstrahlt, kann man zwar auch mit einem solchen Bildschirm komfortabel Texte verarbeiten oder Tabellen kalkulieren, doch bei Spielen, Filmen oder Fotos gibt es immer auch dunkle Bildschirmbereiche – dort fallen die Spiegelungen besonders störend auf. Am ehesten kann man noch bei einem Subnotebook mit einem spiegelnden Display leben, denn dort reflektiert der kleine Bildschirm nur den knapp davor sitzenden Nutzer und nicht die Umgebung.»

… wieso setzen dennoch viele Computerhersteller ausschliesslich auf Spiegelbildschirme, wieso verteidigen viele Benutzer, die sich einen spiegelnden Bildschirm gekauft haben, ihren Fehlkauf, wieso loben selbst renommierte Mac-Blogs die wenig ergonomischen Bildschirmspiegel? :roll:

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22 Kommentare

  1. Ich bearbeite häufig Fotos und bin daher mit dem glossy Bildschirm sehr zufrieden. Und auf die Gefahr hin, meine folgende Aussage möchte meinen Fehlkauf verteidigen: ich habe kein Spiegeln bei meinem 24″ iMac, oder besser gesagt: ich merke es bei der täglichen Arbeit nicht, auch nicht beim Spielen. Wirklich null. Vielleicht liegt es auch ein klein wenig daran, _wo_ man seinen Rechner aufstellt? Ich habe weder ein Deckenlicht über noch ein Fenster hinter mir…

  2. Nur leider kann sich nicht jeder seinen Arbeitsplatz aussuchen. Und das Fenster umbauen würde sich auch schwierig gestalten. Beim “alten” iMac mit dem normalen Bildschirm hatte ich das Problem nicht. Für mich sieht es so aus als ob Apple nur dem allgemeinen Trend gefolgt ist, “schickere” Displays im Sortiment zu haben.

  3. Vielleicht liegt es auch ein klein wenig daran, _wo_ man seinen Rechner aufstellt? Ich habe weder ein Deckenlicht über noch ein Fenster hinter mir…

    Daran liegt es natürlich auch, aber man sollte nicht ohne Licht arbeiten müssen … ausserdem leuchten die iMac-Bildschirme viel zu hell – vermutlich ist Apple das Problem mit dem Spiegeln bekannt und man möchte es so ein wenig kompensieren.

    Wer Bildschirmspiegel mag, soll gerne damit arbeiten … für alle anderen sollte Apple aber wie beim MacBook Pro auch noch eine Bildschirmvariante anbieten, mit der sich ergonomisch arbeiten lässt.

  4. Ich habe eine kleine Frage. Stimmt es das der 20″ iMac wirklich so ein schlechtes Display hat ich konnte mich davon leider noch nicht überzeugen? Hat da jemand schon “Erfahrung”?

  5. Ich habe eine kleine Frage. Stimmt es das der 20″ iMac wirklich so ein schlechtes Display hat ich konnte mich davon leider noch nicht überzeugen? Hat da jemand schon “Erfahrung”?

    In der c’t (siehe oben) war zum Bildschirm folgendes zu lesen:

    Im 20-Zoll-iMac steckt ein TN-Panel (Twisted Nematics), das für diesen Panel-Typ eine vergleichsweise geringe Winkelabhängigkeit aufweist. Auch Kontrast und Leuchdichte sind sehr gut, die Ausleuchtung ist recht ordentlich. Allerdings patzt das Display bei der Darstellung von Grauverläufen. Man erkennt einen sehr deutlichen Bruch am Übergang zu Schwarz. Bei ergonomischer Helligkeit (100 cd/m2) zeigt das Display Farben satt, aber wenig peppig an. Knackiger wird es ab etwa 150 cd/m2. Rot driftet deutlich in den orangenen Bereich.

  6. @Jan:

    Wer lesen kann ist klar im Vorteil.

    Ja, aber so war mein Hinweis trotzdem nicht gemeint … und persönliche Erfahrungen wären natürlich auch wertvoll, obwohl beim Thema «Bildschirm» die objektiven Messungen der c’t jeweils nicht zu verachten sind.

  7. Ich bin mir nicht sicher, ob der Trick noch funktioniert: Als die Röhrenmonitore noch nicht entspiegelt waren, hatten sich einige Haarspray auf das Glas gesprüht. Das Problem war, dass die Monitore den Staub angezogen, wegen des klebrigen Haarsparys beim Abstauben aber nicht wieder abgegeben haben.

  8. Hm, obiger linkname ist eigentlich aussagekräftig, aber gekürzt dargestellt, und editieren geht nicht … Also: dort wird u. a. eine anti-spiegel-folie von 3M getestet, und wie mir scheint, sind die leute ganz zufrieden damit.

  9. @zooloo: In der c’t wurden solche Folien gegen das Spiegeln von Bildschirmen kürzlich auch beschrieben. Anscheinend ist es beinahe unmöglich, solche Folien in eigener Arbeit sauber aufzutragen, hinzu kommen Farbverfälschungen … wer die Möglichkeit dazu hat, sollte deshalb von Anfang an einen matten Bildschirm kaufen – für alle anderen können solche Folien zumindest einen Teil des Problems lösen … :|

  10. Bei den MacBooks kannst du dir aussuchen, ob du einen matten oder hochglänzenden Bildschirm haben willst. Außerdem ist beim iMac Glas verwendet worden, also ist e doch klar, dass es gläntzt.
    Mir persönlich gefallen hochglänzende Bildschirme viel besser. Die Farben werden viel kräftiger.

  11. Bei den MacBooks kannst du dir aussuchen, ob du einen matten oder hochglänzenden Bildschirm haben willst.

    Du meinst vermutlich die aktuellen MacBooks Pro, die übrigen MacBooks sind nur mit Spiegelbildschirm erhältlich.

    Außerdem ist beim iMac Glas verwendet worden, also ist e doch klar, dass es gläntzt.

    Könnte man Glas nicht entspiegeln, so wie Brillengläser? Und wieso ist es überhaupt notwendig, dass Glas Verwendung findet?

    Mir persönlich gefallen hochglänzende Bildschirme viel besser. Die Farben werden viel kräftiger.

    Das geht für mich in Ordnung … aber da nicht alle Benutzer mit unergonomischen Spiegelbildschirmen arbeiten möchten, sollte Apple für alle Modelle auch matte Bildschirme als Option anbieten.

    Was die Farben betrifft, gibt es übrigens auch matte Bildschirme mit kräftigen Farben, aber diese bewegen sich natürlich in einem etwas höheren Preissegment …

  12. Also ich habe mit meinem iMac 20″ und der Glasscheibe ein ganz anderes Problem:

    Der Rechner ist jetzt ca.4 Monate alt und läuft relativ lange per Tag ( ca. 18 Std.),
    wobei es natürlich auch längere Auszeiten gibt, also ein Büroalltag ;)

    Im oberen Bereich und an der linke Seite machen sich Hitzespuren hinterm Glas bemerkbar. Sieht nicht schön aus und trübt das Bild.
    Tolle Sache! Könnte ein Harware-Design Bug sein…..Ich war ja ein Erstkäufer.

    Hat jemand ähnliches beobachtet?

  13. Sch.. spiegelndes Display!

    Als Grafikdesigner habe ich mir noch schnell den “alten“ 24-Zoll Imac. gekauft. Mit den neuen kann man überhaupt nicht arbeiten. Noch dazu wenn man sich ein Farbprofil machen will um in Photoshop auf einen halbwegs kalibrierten Monitor arbeiten zu können.

    Auf spiegelnden Displays kann man keine Bildbearbeitung machen.
    Deswegen muß ich das nächste Mal wieder einen teureren Tower und Cinema Display kaufen. :-((

    Ein Freund von mir hat ein spielgendes Display bei einem PC gekauft – super schön – seine aussagen. Momentan verflucht er es nur noch!!

  14. Ich liebe meinen neuen iMac 20″, aber manchmal verfluche ich die Apple-Marketingdödel, dass sie sich dem allgemeinen Glanz-Hype angeschlossen haben! Hochglänzende Fernseher, hochglänzende Schreibtische, hochglänzende Küchenarbeitsplatten, hochglänzendes Toilettenpapier… äh… ;-) Jedenfalls steht an meinem Arbeitsplatz der neue iMac direkt neben einem schnöden XP-PC mit billigem Samsung Monitor, und – so schwer es mir fällt zuzugeben – an dem entspiegelten, wunderbar matten Samsung ist das Arbeiten um Klassen angenehmer. Der Unterschied ist gigantisch. An hellen Tagen genügt es schon, wenn ich ein helles Hemd trage, und der iMac wird zum Spiegel, sofern ich mit dunklen Objekten arbeite. Schade, schade!

  15. Solange Apple diese spiegelnden Glasscheiben im iMac einbaut, bleibe ich lieber bei meinem “alten” 20-Zoll-iMac mit normalem Display.

  16. Ich durfte das MacBook Pro 15″ testen und kann nur sagen: Für mich als jemand der regelmäßig Bildbearbeitung macht und auf seinem Laptop auch Filme sieht ist ein Glossy-Glanz Display der Grund noch so lange wie möglich mein altes PowerBook zu behalten.

    Hoffentlich bietet Apple endlich eine Alternative an!

  17. Nachtrag: Aus meiner Zeit in einer Gallerie weiß ich: Die kraftigen Farben liegen nicht an der Spiegelung sondern an der Qualität des Glases. Damals (in den 80ern) gab es sogenanntes Mirogard Glas – heute gibt es sicher noch besser bedampftes (oder getauchtes) Glas. Mattes Glas trübt die Farben (weil es den Lichtstrahl streut), aber entspiegeltes Glas tut dies nicht. “Knackige Farben” kann man also auch ohne Spiegeleffekt haben.

  18. Alternativen? Leider ist nicht davon auszugehen, dass Apple das MacBok-Design schon wieder ändern wird … :(

    Ebenfalls mühsam: Es gibt bislang genau einen externen Bildschirm für den direkten Anschluss an die aktuellen MacBooks, nämlich den 23″-Spiegelbildschirm von Apple.

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